|
Unsere DOESJEPOST erscheint viermal jährlich und informiert unsere Mitglieder über alle wichtigen Ereignisse, gibt praktische Tipps rund um die Haltung und Pflege des Schapendoes, informiert unsere Züchter über Aktuelles in der Schapendoeszucht, gibt die Ergebnisse der letzten Ausstellungen wieder u.s.w. Unsere Zeitschrift wird wegen der neutralen Berichterstattung und der Informationsbreite auch von vielen ausländischen Schapendoesliebhabern gelobt. Es ist ein Grund Mitglied in der Interessengemeinschaft Schapendoes zu werden.
Hier eine Leseprobe, die Ihnen gleichzeitig weitere allgemeine Informationen über die Rasse gibt:
"...... ob blond, ob braun ......"
Bemerkungen zum Thema Fellfarben des Schapendoes (aus "Doesjepost" 3 (3) p. 15,32 (1999))
Hartmut Mohr
Es ist eine immer wieder typische Situation, der sich ein Schapendoeszüchter gegenübersieht, wenn seine Welpenkäufer zum ersten Mal vor der Wurfkiste stehen und sich bemühen, "den schönsten Welpen" des Wurfes ausfindig zu machen.
Zunächst große Verwirrung – bis man den einen oder anderen Welpen herauskennt. Sind schwarz-weiße Welpen im Wurf, gehören diese garantiert zu den Favoriten. Unweigerlich kommt das Gespräch auf die Fellfarbe, die ja eigentlich überhaupt keine Rolle beim Schapendoes spielt und mancher Züchter (dazu muss ich mich auch zählen) berichtet mit leuchtenden Augen von den rein schwarzen Welpen, die man irgendwann einmal hatte. Wenig Resonanz beim Welpenkäufer ! Andere Situation: Der vom Welpenkäufer sehnsüchtig erwartete Anruf des Züchters ist erfolgt: Die Welpen sind da ! Die Anzahl von Rüden und Hündinnen wird genannt und man erwähnt auch: "....es sind auch schwarze dabei !.." Kurze Gesprächspause dann die Antwort vom Welpenkäufer: "...wir suchen einen möglichst hellen Hund ..." Drei Wochen später beim ersten Besuch erstaunte Gesichter "...die schwarzen sind ja süß ! So einen hätte ich auch genommen !...." Noch ist jeder Welpenkäufer auf seine Kosten gekommen und ich denke auch – es spielt wirklich keine Rolle, ob das Energiebündel (beinahe hätte ich geschrieben :Teufel !?) schwarz oder bunt ist. Auf sein Wesen kommt es an! Dennoch will ich versuchen, die einzelnen Farbformen zu beschreiben.
Der aktuelle Standard lässt alle Farben zu:
FARBE: Alle Farben sind zulässig. Bevorzugt wird jedoch ein Blaugrau bis Schwarz. Ältere Fassungen ergänzen mit folgender Bemerkung: Bevorzugt wird jedoch ein Blaugrau bis Schwarz, wobei die Pfoten gewöhnlich heller gefärbt sind. Es gibt heute nur noch ganz wenige Schapendoezen, meist sind es schwarzgeborene, deren Behaarung der Pfoten als erwachsener Hund aufgehellt sind. Berechtigterweise wurde dieser Nebensatz gestrichen. Derzeit sind folgende Farbformen bekannt.
Schwarz:Die Hunde sind rein schwarzgeboren , meist tief lackschwarz, manchmal mit einem bräunlichen Anflug bei Sonneneinstrahlung. Das Fell ist oftmals auch beim erwachsenen Hund weicher.
Grau: Die rein schwarzgeborenen Welpen hellen im Laufe des ersten Lebensjahres, manchmal noch etwas später auf. Das Haar ist härter als das der reinschwarzen Hunde. Die einheitlich graue Farbe wirkt etwas tot und wird daher nicht so gerne gesehen.
Schwarz/Grau:Die rein schwarzgeborenen Welpen hellen in einigen Bereichen (z.B. Pfoten /s.o.) auf, so dass sie als erwachsener Hund zweifarbig erscheinen. Es gibt auch Formen, bei denen nur einzelne Haare, verteilt über den ganzen Körper vergrauen.
Schwarz / Blau: Die zweifarbig geborenen Welpen dunkeln im Bereich der hellen Haare nach. Dies ist schon beim Welpen leicht erkenntlich.
Schwarz/Blau/Weiß: Hier bleiben einige Areale der hellen Fellpartien reinweiß.
Schwarz/Weiß:Die Welpenfarbe bleibt erhalten, die Haut der weißen Fellbereiche schimmert rosa durch.
Grau/Blau: Die bei der Geburt schwarzen Haare hellen auf, die weißen dunkeln nach.
Braun (Tan): Eine relativ seltene Farbe, die in der Regel mit schwarz oder weiß auftritt. Rein Braun/Weiße Hunde, die ich gesehen habe, besaßen auch einen braunen Nasenspiegel, der sehr gewöhnungsbedürftig war. Die schwarz/braunen Hunde sind recht apart.
Zur Frage nach der "Urfarbe" des Schapendoes fiel mir ein Artikel von Toepoel, dem Begründer der Rasse aus dem Jahre 1947 in die Hände, deren Übersetzung ich Ihnen nicht vorenthalten will:
..............Die Farbe war mir ein Rätsel. Die Hunde, die ich bei der Herde gesehen hatte waren alle schwarz, mit natürlich etwas weiß an den Pfoten, an der Brust und hier und da eine Stelle. Aber insgesamt nicht viel. Zuweilen auch mit braun zwischen dem schwarz und weiß. In Deutschland begann schon einige Jahre vor dem Krieg, sichtlich aus Widerstand gegen die Ausstellungsrassen unter den Hütehunden, die Zucht der "bodenständigen Hütehunde".
Man kannte drei Rassen und einer davon ist der Schafpudel. Diesen sieht man am liebsten einfarbig weiß, doch werden auch Schimmel, bunte und weiße mit Platten zugelassen. Nun sind der Schafpudel und der Niederländische Schapendoes wahrscheinlich verwandte Rassen. Immerhin arbeiteten sie dasselbe. Wie kam es, dass unser (Schapendoes) nun meist schwarz ist. Die weiße Farbe war für mich verständlich und möglicherweise habe ich einfach keine gesehen, denn alle Hütehunde mit relativ breitem, kurzen Kopf, Hängeohren sind verkleinerte Formen von den weißen Berghunden (mit Ausnahme des Chinesischen, der schwarz ist) (Anm. gemeint ist sicher die Tibetdogge) Viele gegenwärtige Schapendoezen sind bunt oder weiß mit Flecken. Ich dachte, dass dies die Folge der vielen Kreuzungen sei. Jedoch besuchte Frau Pleyte, eine begeisterte Schapendoesliebhaberin im vergangenen Jahr bei einem Aufenthalt auf der Veluwe einen sehr alten Schäfer. Mit ihrer bewundernswerten Energie hat sie ihn aufgesucht und er beschrieb den Schapendoes aus meiner Jugendzeit. Glücklicherweise kam auch die Farbe zur Sprache und dies brachte die fehlende Erklärung. Die Hirten wollten nur mit den schwarzen Hunden arbeiten und ertränkten kurzerhand alle hellen Welpen im Wurf. Dies stimmt mit der Erfahrung aus Großbritannien überein. Die weißen Collies stifteten regelmäßig Verwirrung in der Herde. Daher ist es merkwürdig, dass alle drei Rassen der "bodenständigen Hütehunde" weiß sein sollten.......... Den Anmerkungen Toepoel´s ist noch vieles hinzuzufügen und auch entgegenzuhalten. Dies wird im Schapendoesbuch und auch bald auszugsweise in unserer Doesjepost im Kapitel über die Geschichte des Schapendoes zu lesen sein. Nur soviel vorweg: Es gab zu Toepoel´s Zeiten in Deutschland nur einen einzigen organisierten Verband der gezielt die Zucht bodenständiger Hütehunde betrieben hat. Eine Gruppe interessierter Menschen um die Herren Dr. Rassow und Hering (beide aus Stettin) versuchten die pommerschen bodenständigen Rassen zu erhalten. Diese waren in der Tat weiß: Hütespitz , pommerscher Schafpudel und weißer pommerscher Hütehund.
|