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Interessengemeinschaft Schapendoes e.V.

Schapendoes "von den fünf Mohren"

Ulrike und Hartmut Mohr
Goethestr. 8
35435 Wettenberg
Tel.: 06406 / 9090245

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Züchterportrait

Unsere Wurzeln

Man sagt, die Beziehung zum lebenden Tier habe auch eine erbliche Komponente. Wenn ich mich in meiner nächsten Verwandtschaft umsehe, so bekomme ich diese Hypothese bestätigt. Vom Großvater, der Förster war bis zum Onkel, der mit mehreren Wolfsrudeln lebt, ist alles vertreten. So haben stets Tiere auch meinen Lebensgang begleitet und ich bin glücklich, dass meine Frau aus ähnlichem Holz geschnitzt ist. So bevölkern derzeit neben unseren vier Schapendoezen diverse andere Tiere unseren Haushalt. Heute ist ein Leben ohne Hunde für uns unvorstellbar. Dabei war mein "erstes Hundeerlebnis" alles andere als rühmlich. Mit gut vier Jahren habe ich erstmals versucht, mit unserem recht ungestümen Schäferhundrüden spazierenzugehen". Als dieser mir nach einer gut hundert Meter langen "Schleppjagd" wieder gestattete aufzustehen, hatte ich zwar Hosen und Knie durchgescheuert, war aber stolz, die Leine nicht losgelassen zu haben!
Nach einer längeren Zeit ohne Hund – während unseres Studiums bevölkerten nur "Kleintiere" unsere Studentenbude - war es dann endlich wieder soweit. In unsere mittlerweile fünfköpfige Familie sollte ein Hund einziehen. Nach langer Diskussion fiel die Wahl auf einen Airedale-Terrier. Dieser Aristokrat unter den Terriern sollte neben seiner selbstverständlichen Funktion als vollwertiges Familienmitglied auch nachts ein Auge bzw. Ohr auf unseren Betrieb haben. Da unsere Kinder zu diesem Zeitpunkt noch recht klein waren, suchten wir die ruhigste Hündin aus dem Wurf aus. Leider hatte ihr "angenehmes" Verhalten eine organische Ursache, denn es stellte sich später heraus, dass Xindy, unsere Airedalehündin einen Herzfehler hatte. Doch zunächst wurde aus dem ruhigen Welpen eine regelrechte "Schlafmütze". Jeder Fremde hätte sie wegtragen können. Wie das Schicksal so spielte, hatten wir nun einen Grund, über einen Zweithund zum aufpeppen unseres Airdales nachzudenken. Irgend einer der Familie sprach den Gedanken aus und die Begeisterung war rundum sofort da ! Geschäftiges Rassehundebuch wälzen. Unsere Hundebibliothek wuchs und wuchs Erste erfolglose Züchterbesuche folgten. So störte meine Tochter der deftige Eigengeruch des Pulis, die Kromfohrländer einer anderen Züchterin ließen uns über das Verhältnis Hund und Kind erneut nachdenken, Berger de Picardie hatten uns damals zu viele genetische Probleme und der Cairneterrierzüchter vermasselte durch seine offensichtliche Inkompetenz das beinahe "perfekte Geschäft". Dann, endlich auf einer unserer unzähligen Hundeschaubesuche kam das auslösende (oder erlösende ?) Erlebnis. Voller Begeisterung sprang ein Schapendoes an unserer jüngsten Tochter hoch und das war´s dann. Als wir dann noch eine Weile am Ring beobachten durften, dass die Rasse ihre Lebensfreude und ihr Temperament nicht wie manch anderer Hund der Ausstellung gleich am Eingang an der Garderobe abgegeben hatte, wussten wir was zu uns paßt.

Unser erster Schapendoes

Es sollte noch eine ganze Weile dauern, bis wir unsere Aika abholen konnten. Aufgrund der damals knappen Welpenzahl in Deutschland und unserer jahrelangen Odyssee, tolerierten wir einige Ungereimtheiten beim Züchter. Es lag uns zu diesem Zeitpunkt fern, den Hund auszustellen oder gar mit ihr zu züchten. Auf diesen Gedanken brachte uns Aika durch ihr wunderbares Wesen. Eine Hunderasse mit so viel guten Charaktereigenschaften verdient es, so meinten wir, aus dem Schatten gehoben zu werden. So entschlossen wir uns, es wenigstens einmal zu versuchen und meldeten die erste Ausstellung. Schon bald danach kamen uns Zweifel. War es sinnvoll, mit Aika eine Ausstellung zu besuchen, ohne dass wir wussten, ob sie sich überhaupt "wie ein richtiger Schapendoes" entwickelt ? Vergleichsmöglichkeiten hatte man damals kaum. So blieb uns nur der Weg der Mitgliedschaft der Vereniging de Nederlandse Schapendoes, denn das muss auch gesagt werden, meine Anrufe und Fragen bei anderen deutschen Schapendoeszüchtern wurden recht bedeckt beantwortet und den eigenen Züchter zu fragen, hatten wir auch schon aufgegeben.. In Ermangelung unserer Holländischkenntnisse fassten wir die Clubhefte des niederländischen Schapendoesclubs zunächst als reines "Bilderbuch" auf und verglichen die dort abgebildeten Schapendoezen mit unserem Hund.
Das gab uns Mut und unsere erste Ausstellung in Frankfurt brachte uns den Jugendsieger. Als weitere erste Plätze folgten, begannen wir Blut zu lecken und planten den ersten Wurf. Bis zum heutigen Tag ist die ganze Familie in das Hundezuchtgeschehen einbezogen. Inzwischen geht meine älteste Tochter mit größter Selbstverständlichkeit in den Ring, beide Töchter sind begeisterte Agilityteilnehmer und über die Verteilung der Welpen haben unsere Kinder immer ein Wörtchen mitzureden. Daher hat die Wahl unseres Zwingernamens "von den fünf Mohren" in´s "Schwarze" getroffen.

Unsere Würfe

Aus Aikas erstem Wurf mit Chico Asti v.´t. Haskerhûs durfte Afra unser Rudel verstärken. Selbstverständlich wurden in Holland immer mehr Kontakte geknüpft und wir pflegen eine enge Zusammenarbeit mit dem Niederländischen Club. Das Vorstellen der Würfe auf dem Junge-Hundetag in Holland, bzw. seit diesem Jahr in Deutschland ist für uns "Ehrensache" Da wir versuchen, nicht "aus dem hohlen Bauch heraus" zu züchten, haben wir uns über unsere Kontakte nach Holland viel Wissen angeeignet. So konnten wir ab dem zweiten Wurf mit Aika, unsere züchterischen Bestreben bereits klarer definieren und uns intern ein kleines "Zuchtprogramm" zusammenbauen.
Wer die Zuchtbücher der vergangenen Jahre studiert, dem wird auffallen, dass wir sowohl zwei weiteremohr_klein Würfe mit Aika als auch Afra´s ersten Wurf jeweils mit Rüden einer Zuchtstätte durchgeführt hatten. Die Verwandtschaft der Rüden untereinander war bewusst gewählt. Es lassen sich jetzt bessere Aussagen über den Erbgang der eigenen Linie treffen. Wir haben bei der Auswertung sehr viel lernen können, was wir auch in Zukunft anwenden und ausnutzen können. Darüber hinaus wurden wir von der Züchterin dieser drei Rüden in freundschaftlicher Weise unterstützt, indem sie einige ihrer Hunde auf freiwilliger Basis nach deutschen Kriterien auf HD geröntgt und auswerten hat lassen. Aus Aika´s zweitem Wurf hat meine Tochter Brandy behalten. Die vierte im Bunde ist unser kleiner Wirbelwind Ivette Jikke van de Korte Toren. Sie muss erst noch zeigen, was in ihr steckt. Trotz der vier Schapendoeshündinnen in unserem Haushalt werden wir nicht mehr als einen, maximal zwei Würfe im Jahr machen. So zieht Aika zur Zeit ihren dritten Wurf groß und wir haben beschlossen, dass dies ihr letzter sein wird. Wir möchten mit Zeit und Muße und in Freude unsere Welpen aufwachsen sehen. Der Kontakt mit den Besitzern unserer Hunde macht uns sehr viel Freude und wir möchten ihn nicht missen.

Unsere Zuchtziele

Inzwischen haben wir, wie wohl jeder Züchter, der mehr als ein, zwei Würfe gehabt hat ein gewisses "Idealbild eines Schapendoes", das sich sicher in Nuancen unterscheiden darf. Dass die Gesundheit, die Wesensfestigkeit und das typgerechte Exterieur an erster Stelle stehen, dürfte sich wohl jeder Züchter auf seine Fahnen geschrieben haben. Für uns persönlich ist die frühe Prägung der Welpen auch durch Kinder für ihren späteren Platz als Familienhund sehr wichtig. Gerade seine ausgezeichnete Eignung als Hund für Familien mit kleineren Kindern möchten wir fördern und erhalten. Ein weiteres Fernziel, was sicher erst nach weiterer Festigung des Bestandes in Deutschland in Angriff genommen werden kann, ist die Rückbesinnung auf die ursprüngliche Verwendung des Schapendoes. Der Aufbau einer Arbeitslinie als Gegengewicht zu den "showdogs" ist ein Herzenswunsch. Ob er jemals in die Tat umzusetzen ist, steht noch in den Sternen. Gerade durch den engen Kontakt mit einigen Schäfern, die mit deutschen Schafpudeln hüten, wird das Bild des "alten Schapendoes" in uns wach gehalten.

Die Interessengemeinschaft

Alle "Anfängerschwierigkeiten" die wir durchlebt haben, wären nicht notwendig gewesen, wenn eine funktionierende Organisation Neuzüchter betreut hätte. Ich denke, dass uns gerade diese Mängel angespornt haben, die Interessengemeinschaft Schapendoes auf die Beine zu stellen. Die Kraft zum Durchhalten schöpfen wir aus der Begeisterung über eine so wundervolle Hunderasse.

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